Im Jahre 1998 erhielt ich eine Anfrage, für Sotheby’s in London zu arbeiten. Die von mir zu besetzende Position war die des sogenannten Cataloguers für „French and Continental Furniture“, der Abteilung für französische und kontinentaleuropäische Möbel 1700-1850. Der Cataloguer unterstützt die Experten bei ihrer Arbeit, Kunstgegenstände zu besichtigen und für die kommenden Auktionen zu begutachten und einzuwerten. Die Arbeit erstreckte sich von der ersten Inaugenscheinnnahme der Objekte, über die kunsthistorische Recherche sowie Provenienzforschung, bis hin zur Marktbewertung und Verfertigung der finalen Katalogbeschreibung. Im Rahmen dieser Tätitgkeit bin ich mit einer Vielzahl teils hochbedeutender Objekte der Europäischen Möbelkunst in Berührung gekommen. In diesen Zeitraum fiel u.a. die Versteigerung der Turiner Sammlung Giuseppe Rossi, die seinerzeit umfassendste internationale Auktion europäischer Möbel in vier Auktionskatalogen mit insgesamt über 1.400 Positionen und einem Gesamterlös von über 20 Millionen Pfund. Die Tätigkeit beim Auktionshaus Sotheby’s in London endete im Dezember 1999.
Meine weitere Laufbahn führte mich zum U.S.-Amerikanischen Versicherer Chubb Insurance Company, dem zweitgrößten Kunstversicherer der Welt. Dort besetzte ich die Position eines Kunstsachverständigen in der Niederlassung Frankfurt. Meine Arbeit bestand darin, Privatsammlungen von Kunst- und Wertsachen vor Ort zu besichtigen, zu katalogisieren und zu bewerten, hierbei beschränkte sich meine Tätigkeit nicht nur auf Antiquitäten und Einrichtungsgegenstände, sondern wurde auf bildende Kunst, Schmuck- und Wertsachen ausgeweitet. Die jeweilige Expertise für Sachgebiete, die mir nicht geläufig waren, konnte ich mir üblicherweise innerhalb der sechsköpfigen Kollegenschaft beschaffen. Das Team von Kunstsachverständigen stand im regen Austausch untereinander, mit der Folge, dass meine Kenntnisse über Europäische Möbel regelmäßig nachgefragt waren und somit weiter anwuchsen. Im Gegenzug erwarb ich neue Kenntnisse aus fremden Sachgebieten. Im Rahmen der Tätigkeit beim Versicherer Chubb Insurance Company bin ich mit Kunstsammlungen teils enormen Umfanges in Kontakt gekommen.
In den Jahren 2001 und 2002 habe ich u.a. die Versicherung einer bedeutenden Privatsammlung von Kunst- und Wertgegenständen mit einer Gesamtversicherungssume i.H.v. über EUR 500 Millionen betreut.
Mein Weg führte mich weiter zum Versicherungsmakler Hoesch & Partner in Frankfurt, einem der größten inhabergeführten, unabhängigen Versicherungsmakler in Deutschland. Dort war mein Tätigkeitsfeld im wesentlichen deckungsgleich mit dem bei Chubb Insurance Company, jedoch mit Tendenz zu Neukundengewinnung und Versicherungsgeschäft generell. Im Rahmen dieser Tätigkeit habe ich über 100 vermögende Privatpersonen mit unterschiedlichen Konzepten für Kunst- und Wertsachenversicherung bedient und diese auch verwaltet. Zeichnungsvollmacht erhielt ich u.a. vom weltweit renommierten Kunstversicherer Hiscox.
Zu Beginn des Jahres 2005 habe ich mich selbständig gemacht. Der Würzburger Kunst- und Antiquitätenhändler Albrecht Neuhaus (1936-2013) hat mich maßgeblich zu diesem Schritt bewogen. In den den Jahren 2005 bis 2010 habe ich Albrecht Neuhaus auf ausgedehnten Reisen durch Europa begleitet. Albrecht Neuhaus war Gründungsmitglied der TEFAF Maastricht, The European Fine Art Fair, welche im Rufe steht, die bedeutendste Kunstmesse der Welt zu sein. Fünf Jahre in Folge assistierte ich Albrecht Neuhaus auf der TEFAF Maastricht und hielt Anteile an Objekten, die wir dort gemeinsam zum Verkaufe angeboten haben. Hier hatte ich Berührung mit der Weltspitze des internationalen Kunsthandels und konnte Kontakte knüpfen zu außergewöhnlichen Sammlerpersönlichkeiten und bedeutenden Kunsthändlern aus aller Welt. Im Rahmen dieser Tätigkeit gelang es, einige mitunter ungewöhnlich feine und erlesene Möbel zu vermitteln.
Im Jahre 2008 habe ich mich in Köln als Händler für Kunst und Antiquitäten niedergelassen. Der Schwerpunkt meiner Tätigkeit liegt auf Deutschen und Französischen Möbeln des 18. und frühen 19. Jahrhunderts begleitet von Kunsthandwerk desselben Zeitraumes, ein gewisses Augenmerk gilt darüber hinaus der Malerei des 19. Jahrhunderts.
Im Jahre 2012 habe ich einen Lehrauftrag an der Ruhr-Universität Bochum (RUB) wahrgenommen. Ich leitete die Lehrveranstaltung „Einführung in die Kunstgeschichte des Möbels 1700-1850“, ein Hauptseminar für den Master Studiengang der Kunstgeschichte im SS 2012.
In den letzten Jahren wurde ich mehrfach angefragt, ganze Sammlungen zu besichtigen. Dies ergab sich u.a. über Kontakte, die ich in meiner früheren Tätigkeit als Kunstsachverständiger im Versicherungswesen geknüpft habe, aber auch über Geschäftskontakte in meiner Funktion als Kunsthändler. Die verschiedenen Auftraggeber sind ausschließlich Privatpersonen, teilweise handelte es sich um Erbgänge, Aktualisierungen von Versicherungsbewertungen oder vorsorgliche Bewertungen für einen eventuellen Verkauf von Objekten. Ein weiteres Bedürfnis für die Neubewertung insbesondere von Antiquitäten ist dem teilweise dramatischen Preisverfall geschuldet, der sich im Antiquitätenmarkt in den letzten 20 Jahren ereignet hat.
In 2015 habe ich beschlossen das Bestellungsverfahren bei derIndustrie- und Handelskammer anzustreben. Nach Einreichung diverser Gutachten und Ablegung der mündlichen Prüfung im Bayerischen Nationalmuseum im Jahre 2017 bin ich von der Industrie- und Handelskammer zu Köln öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Europäische Möbel bis 1900.
Den Kunsthandel habe ich per Ende 2019 eingestellt um mich mich fortan ausschließlich der Bewertung von Kunst, Antiquitäten und Wertsachen zu widmen